Sonnenblume

Sonnenblume - Helianthus annuus

Sonnenblume - Fressbarkeit der Bestandteile und Sammelzeit

Die Sonnenblume (Helianthus annuus) ist ein Korbblütler (Asteraceae), der ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika stammt, aber kurz nach der Entdeckung Amerikas auch seinen Weg nach Europa fand. Die krautige, einjährige Pflanze wird je nach Sorte zwischen 20 und 200cm, selten auch 300 bis 400cm hoch. Der raue, behaarte Stängel trägt breite, leicht herzförmige Blätter.
Die teils riesigen Blütenkörbe mit ihren leuchtend gelben, manchmal auch orangefarbenen oder dunkelroten Zungenblüten erscheinen von Juni bis Oktober. Etwa 14 Tage später reifen die typischen Sonnenblumenkerne in den Körben heran. Die ernten Sie dann ab, wenn der Blütenkopf an der Pflanze getrocknet ist. Trocken, kühl und dunkel gelagert, halten die Körbe einige Monate, sodass Sie einen kleinen Vorrat an selbst geernteter Sonnenblume für Ihre Nager haben.

Wenn Sie Sonnenblumen selbst ziehen wollen, wählen Sie am besten einen vollsonnigen Standort mit einem humosen, nährstoffreichen Boden. In diesen stecken Sie die Kerne etwa 1cm tief, da Sonnenblumen Dunkelkeimer sind. Sie können die Pflanzen entweder ab März drinnen vorziehen und dann ab Mitte Mai nach draußen bringen oder draußen direkt ab April direkt im Topf oder Beet draußen ansäen. Spätestens nach 14 Tagen zeigen sich dann die ersten Jungpflanzen, die jetzt und auch als große Pflanzen immer feucht gehalten werden wollen.

Wild wachsen Sonnenblumen in Mitteleuropa übrigens nicht.

Die Blätter und der recht kräftige Stängel der Sonnenblume sind fressbar für alle Nager. Sie können Sie also problemlos verfüttern.

Vor allem die kräftig gefärbten Blütenblätter der Sonnenblume sind getrocknet eine beliebte Ergänzung von Saatenmischungen. Sie können die Blüte aber auch frisch und komplett verfüttern.

Sonnenblumenkerne sind ölhaltige Samen, die sich auch als Leckerlie großer Beliebtheit bei vielen Nagern erfreuen. Als kompletter Blütenstand sind die Kerne ein gutes Beschäftigungsfutter für Arten, die nicht zu Adipositas neigen. Kleinen Dickerchen sollten Sie immer nur Teile des Blütenkorbes und damit entsprechend weniger Kerne anbieten.

Die Wurzel der Sonnenblume hat keinen besonderen Futterwert. Da sie aber nicht ungenießbar oder giftig ist, können Sie sie mit ins Gehege geben.

Die Sonnenblume ist zwar kein typisches Keimfutter. Die Kerne lassen sich aber recht einfach ankeimen und können dann auch als Frischfutterergänzung angeboten werden.

Fütterungsempfehlungen

Farbmäuse dürfen alle Bestandteile der Sonnenblume fressen. Die kompletten Blütenköpfe sind ein gutes Beschäftigungsfutter. Aber Achtung, kleine Dickerchen sollten davon nicht zu viel bekommen.

Mongolische Rennmäuse dürfen alle Bestandteile der Sonnenblume fressen. Die kompletten Blütenköpfe sind ein gutes Beschäftigungsfutter. Aber Achtung, kleine Dickerchen sollten davon nicht zu viel bekommen.

Exotische Mäuse dürfen alle Bestandteile der Sonnenblume fressen. Die kompletten Blütenköpfe sind ein gutes Beschäftigungsfutter für Arten, die nicht schnell verfetten. Mäusearten mit Neigung zu Adipositas wie Vielzitzenmäuse, Sinai-, Türkei- und einige weitere Stachelmäuse sollten die Kerne nur einzeln und wohldosiert angeboten bekommen.
Für potenzielle Diabetiker sind Sonnenblumenkerne aufgrund ihres hohen Fett- und Proteingehaltes unproblematisch.

Exotische Kleinsäuger dürfen alle Bestandteile der Sonnenblume fressen. Die kompletten Blütenköpfe sind ein gutes Beschäftigungsfutter für saatenfressende Arten, die nicht schnell verfetten. Exoten mit Neigung zu Adipositas  sollten die Kerne nur einzeln und wohldosiert angeboten bekommen. Rüsselspringern sollten Sie nur geschälte Kerne anbieten.
Für potenzielle Diabetiker sind Sonnenblumenkerne aufgrund ihres hohen Fett- und Proteingehaltes unproblematisch.

Die verschiedenen Hamsterarten dürfen alle Bestandteile der Sonnenblume fressen. Die kompletten Blütenköpfe sind ein gutes Beschäftigungsfutter für die Nager. Kleine Dickerchen sollten die Kerne jedoch nur einzeln und wohldosiert angeboten bekommen.
Sonnenblumenkerne sind aufgrund ihres hohen Fett- und Proteingehaltes auch für die verschiedenen Zwerghamster unproblematisch.

Farbratten dürfen alle Bestandteile der Sonnenblume fressen. Die kompletten Blütenköpfe sind ein gutes Beschäftigungsfutter, da die Nager die Kerne erst erarbeiten müssen. Kleinen Dickerchen sollten Sie die Kerne allerdings nur einzeln und wohldosiert anbieten.

Inhaltsstoffe und Nährwerte

Während die Nährstoffzusammensetzung der Blüte und des Krautes nicht untersucht sind, gibt es für die fettreichen Kerne detaillierte Zahlen. Die zeigen, dass die Ölsaat mit einem besonders hohen Anteil an ungesättigten Fetten aufwartet und zudem recht proteinreich ist. Sonnenblumenkerne sind aber nicht nur sehr kalorienreich. Sie sind auch kleine Nährstoffbomben. Besonders reich sind sie an Vitamin B1, B3, B6 und Biotin sowie an Vitamin E. Unter den Mineralstoffen ist der Gehalt an Magnesium und Phosphor besonders hoch. Außerdem glänzen Sonnenblumenkerne mit hervorragenden Werten bei Eisen, Zink und Kupfer.

Essenzielle Aminosäuren
  • Arginin (2.466mg)
  • Histidin (691mg)
  • Isoleucin (1.135)
  • Leucin (1.702mg)
  • Lysin (990mg)
  • Methionin 567mg)
  • Phenylalanin (1.289mg)
  • Threonin (959mg)
  • Tryptophan (371mg)
  • Valin 1.331mg)
Ungesättigte Fettsäuren
  • Palmitoleinsäure (24mg)
  • Heptadecansäure (8mg)
  • Octadecansäure (6.440mg)
  • Eicosensäure (37mg)
  • Nervonsäure (3mg)
  • Linolsäure (16.706mg)
  • Linolensäure (26mg)
  • Eicosadiensäure (3mg)
Pro 100g Saat (gesch.):

Medizinische Wirkung

Medizinisch ist die Sonnenblume für Mäuse nicht von Bedeutung. Ihr Öl wird in der Dermatologie als Trägerstoff eingesetzt. Bei den Nagern würde es aber das Fell verschmutzen und verkleben. Daher wird das Öl bei den Tieren nicht eingesetzt.

Kontraindikationen und Giftwirkung

Die Sonnenblume ist komplett ungiftig. Kontraindikationen sind mir nicht bekannt.

Quellen:

Wikipedia
naehrwertrechner.de
plantura.garden

Busch, Marlies: Pflanzen für Heimtiere – gut oder giftig?, Ulmer, Stuttgart 2014; S. 107
Frohne, Dietrich: Heilpflanzenlexikon, 8. Aufl, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft bmH, Stuttgart 2006; S. 262