Frontline – Fipronil

Frontline für Mäuse und andere Nager

Präparate:

 

 

Kurzinfo:

Achtung, nicht an Mäuse verabreichen!
Spray + Spot-on
apothekenpflichtig
Schulmedizin für Mäuse

Wirkung und Eigenschaften von Fipronil

Der schlecht wasserlösliche Wirkstoff Fipronil tötet als Kontaktgift Ektoparasiten wie Milben, Flöhe, Haarlinge oder Läuse ab. Dafür dringt er über das Exoskelett der Tiere ins zentrale Nervensystem ein und hemmt dort die sogenannte Gamma-Aminobuttersäure (GABA), indem er sich an ihre Rezeptoren bindet. Dadurch können kleine Chlorid-Ionen mehr in die Zelle einströmen. Das Ruhepotenzial der Zellmembran sinkt radikal ab. Das führt zu einer unkontrollierten Übererregung der Nerven und somit zum Tod des Parasiten.
Da Milbeneier durch Fipronil nicht abgetötet werden, ist eine erneute Behandlung nach zwei bis drei Wochen erforderlich.
Die Wirkung von Fipronil setzt erst einige Stunden nach der Behandlung der Nager ein.

Nach dem Auftragen von Frontline verteilt sich das Fipronil durch passive Diffusion in den Talg von Haut und Haar in der Hornschicht, in der Epidermis und in den Haarfollikeln. Es dringt nicht durch intakte Haut in den Körper ein. In den Talgdrüsen reichert sich der Wirkstoff an

Die Depotwirkung entsteht, da das in den Talgdrüsen angereicherte Fipronil kontinuierlich an Haut und Haar abgegeben wird. Die Depotdauer richtet sich unter anderem danach, wie intensiv der Patient Fellpflege betreibt und liegt bei 2 bis 3 Wochen.
Feuchte Umgebung oder Wasserbäder beeinträchtigen das Depot nicht.

Eigenschaften

Indikationen für Fipronil

Fipronil eignet sich zur Bekämpfung der verschiedensten Ektoparasiten wie etwa Haarlinge, Tierläuse, Zecken, Blutmilben, Pelzmilben, Herbstgrasmilben,  Räudemilben und Flöhe.

Indikationen im Überblick

Dosierung und Verträglichkeit von Fipronil

Fipronil hat im Mäuseasyl trotz korrekter Dosierung mehrfach zu plötzlichen Todesfällen geführt. Daher möchte ich dringend von der Verwendung von Frontline bei Farbmäuse, Mongolischen Rennmäusen, mausartigen und anderen Exoten abraten! Auch Rattenhalter haben mir schon wiederholt von Todesfällen berichtet.

Es gibt mit Ivermectin und Selamectin gegen Ektoparasiten bewährte, deutlich verträglichere Wirkstoffe für die Behandlung Ihrer Tiere.

Zudem ist der Spot-on sehr hoch konzentriert: In der Literatur beschrieben ist die Einreibung mit dem Spray. Das lässt sich quasi gar nicht exakt dosieren und kann dadurch ebenfalls schnell zu einer Überdosis führen.

KEINE DAUERMEDIKAMENTATION!
Antiparasitika wurden zur zeitlich stark begrenzten Anwendung bei konkreten Befällen entwickelt. Sie eignen sich NICHT für die Dauergabe. Diese kann zu Leberschäden mit Todesfolge führen! Wenden Sie den Wirkstoff also niemals für eine reine Prophylaxe über viele Wochen oder gar Monate an.

Kontraindikationen für Fipronil

Wenden Sie Fipronil-Spray auf keinen Fall bei sehr jungen oder stark geschwächten Nagern an. Wird der Trägerstoff Isopropanol eingeatmet, kann das schon zum Tode Ihres Tieres führen. Auch den Kontakt des Präparates mit Schleimhäuten, Augen oder in den Bereichen der Körperöffnungen sollten Sie vermeiden.

Nebenwirkungen und Toxizität von Fipronil

Bei der Anwendung von Fipronil wirken die behandelten Mäuse gelegentlich kurzzeitig müder und ruhiger. In seltenen Fällen kam es hier im Mäuseasyl zu Todesfällen, von denen hauptsächliche albinotische Mäuse betroffen waren. Ob dies mit der Farbe zusammenhängt oder Zufall war, kann ich aufgrund der wenigen Fälle nicht sagen.

Nebenwirkungen im Überblick

Vergiftungen nach Überdosis

Lagerung und Haltbarkeit von fipronilhaltigen Präparaten

Lagern Sie Frontline Spray kühl und beachten Sie das Verfallsdatum!

Entsorgung
Entsorgen Sie Reste im Hausmüll. Leeren Sie das Antiparasitikum niemals in Klo oder Spülbecken!

Lagerung im Überblick

Disclaimer
Diese Seite dient nur der Information. Sie ist kein Ersatz für den Tierarzt und soll auch keine Behandlungsanleitungen für den Alleingang bieten. Haftung für Schäden an Ihren Tieren bei Handeln ohne Ihren Tierarzt wird daher nicht übernommen!

Quellen

Vetpharma-Datenbank der Uni Zürich


Letztes Update: 29.05.2020