Lotagen zur Wundbehandlung bei Mäusen

Lotagen - Wundspülung und Blutungsstopper

Kurzinfo:

  • Konzentrat als Blutungsstopper
  • verdünnt als Spüllösung
  • Eiweiß denaturierend
  • keine Resistenzen möglich
  • lange haltbar
Icon Tropflösung
rezeptpflichtig
Schulmedizin für Mäuse

Wirkung und Eigenschaften von Lotagen

Der Effekt des in Lotagen enthaltenen Wirkstoffes Policresulen beruht auf seiner eiweißfällenden Eigenschaft. Es denaturiert die oberen Epithelschichten von Haut oder Schleimhaut und regt dabei Regenerationsprozesse an.
Bei glatten Muskelfasern löst Lotagen eine Kontraktion aus. Es wirkt deshalb auch auf Schleimhäuten adstringierend. Kleinere Gefäße ziehen sich durch diesen Vorgang zusammen. So entsteht der blutungsstillende Effekt von Lotagen.

Lotagen wirkt durch den denaturierenden Effekt bakterizid (in Konzentrationen von 0,15 – 0,20 mg/ml). Bei Bakterien greift Policresulen sowohl bei grampositiven, als auch bei gramnegativen Arten an. Außerdem bekämpft es Trichonomaden bei einer Konzentration von 14 – 15 mg/ml, ohne gesundes Gewebe zu schädigen. Die Sporen von Bakterien tötet es allerdings nicht ab. Ebenso besteht nur eine ungenügende bis gar keine Wirksamkeit bei Pilzen. Auch bei Hefen ist es nur begrenzt wirksam.

Lotagen lässt pathologisch verändertes oder abgestorbenes Gewebe, Sekrete und Schleim gerinnen und hilft so, krankhaft veränderte Gewebeteile selektiv ab- und herauszulösen, ohne gesundes Gewebe zu schädigen.

Vorteil des Wirkstoffes ist es, dass es aufgrund seines Wirkungsmechanismus nicht zur Bildung von Resistenzen kommen kann.

Außerdem ist seine Toxizität gering. Auch nach oraler Gabe ließen sich im Tierversuch keine Schäden an Leber, Niere und Milz feststellen. Bei der lokalen Anwendung sind Lösung und Konzentrat untoxisch.

Eigenschaften

  • adstringierend
  • blutungsstillend
  • bakterizid
  • lokal untoxisch
  • keine Resistenzen

Indikationen für Lotagen

Die Lösung eignet sich gut zur äußerlichen Behandlung von frischen und schlecht heilenden Wunden sowie bei einigen Veränderungen der Haut und der Schleimhaut. Sie können es aber auch zum Spülen von Wunden einsetzen, wenn der leicht denaturierende, adstringierende Effekt der Lösung gewünscht ist.

Die Paradelösung ist Lotagen Konzentrat für starke, oberflächliche Blutungen, etwa nach OPs oder durch Bisswunden. Bisher ist mir kein anderes Präparat bekannt, das hier so schnell und effektiv wirkt.
Die verdünnte Lösung können auch für die Behandlung chronisch blutender Warzen verwenden, wie sie vor allem bei Vielzitzenmäusen auftreten.

Indikationen im Überblick

  • Blutungsstopper für oberflächliche Blutungen
  • Wundbehandlung
  • Wundreinigung
  • Haut- und Schleimhautveränderungen
  • chronisch blutende Warzen
ACHTUNG!
Vorsicht bei den großflächigen Wunden, wie sie vor allem Grasmäuse nach schweren Auseinandersetzungen haben. Geben Sie das Konzentrat oder die Lösung auf den freiliegenden Muskel, schädigen Sie diesen dauerhaft und schränken damit die Beweglichkeit des Patienten unwiderruflich ein. Dieser Effekt ist beim Konzentrat noch stärker als bei der Lösung.

Anwendung und Verträglichkeit von Lotagen

Das Lotagen Konzentrat in Flaschen von 100 und 1000 ml Inhalt erhältlich. Um aus dem Konzentrat eine Lösung zu erhalten, verdünnen Sie dieses mit Wasser entsprechend der untenstehenden Tabelle.
Bei sehr starken Blutungen aus eher kleinen Wunden (z. B. Bisswunden in Schwanzgefäßen) hat sich unverdünntes Lotagen bewährt. Auf größeren Flächen sollten Sie nur die verdünnte Lösung verwenden – wenn der denaturierende Effekt gewünscht ist. Von Vorteil kann die Lösung auch beim Spülen von hartnäckigen Abszessen sein, wenn Sie mit Lavasept nicht weiterkommen.

Verwenden Sie sowohl Konzentrat als auch Lösung wie jede Spüllösung. Nutzen Sie also am besten Spritzen (mit oder ohne Knopfkanüle/ Braunüle) zum Spülen.

Konzentration der Lösung Lotagen Konzentrat Wasser
1 % 1 ml 99 ml
2 % 2 ml 98 ml
4 % 4 ml 96 ml

Neben dem Lotagen Konzentrat gibt es noch ein Gel in Tuben zu 20 bzw. 100 g. Es sollte zweimal am Tag auf die betroffene Stelle aufgetragen werden, bis eine deutliche Besserung und Heilung eintritt. Vermeiden Sie jedoch einen längeren Einsatz und achten Sie darauf, dass Ihre Maus das Gel nicht sofort wieder ableckt.
Die blutstillende Wirkung ist beim Lotagen Gel nicht so stark wie bei der Lösung. Es eignet sich daher eher zum Sterilhalten von Wunden, nach Operationen und bei bestimmten Hautveränderungen.

Verträglichkeit

Lotagen ist sowohl in flüssiger als auch in Gelform unbedenklich, solange Ihre Nager es nicht exzessiv ablecken. Die an Mäusen mit 4%, 12% und 36% Policresulenlösungen getestete Hautverträglichkeit über 15 Tage ergab bis auf eine dosisabhängige, übermäßige Verhornung der obersten Hautschicht keinerlei Nebenwirkungen.
Antibiotika und Sulfonamide können Sie vor oder nach Lotagen unbedenklich anwenden. Vorsicht ist aber bei Kombination mit säureempfindlichen und eiweißartigen Präparaten geboten. Diese dürfen Sie nicht gleichzeitig lokal anwenden. Der niedrige pH-Wert und die Denaturierungseigenschaften von Policresulen können die Wirkung einschränken oder gar aufheben.

Lagerung und Haltbarkeit von Lotagen

Lagern Sie sowohl Lösung/Konzentrat als auch Gel bei Raumtemperatur, aber nicht über 25°C.
Das Gel ist unangebrochen 40 Monate haltbar, das Konzentrat 2 Jahre.

Entsorgung
Reste oder verdorbenes Lotagen sollten Sie nicht in den Ausguss oder ins Klo schütten, sondern mit dem Hausmüll entsorgen.

Lagerung im Überblick

  • bei Raumtemperatur (nicht über 25°C)

Zusammensetzung von Jecuplex

  • Policresulen
  • gereinigtes Wasser
  • Policresulen
  • 2,6-Di-tert-butyl-4-methylphenol
  • alpha-(Hexadecyl, octadecyl)-omegahydroxy-poly(oxyethylen)-6 (Cremophor A6)
  • Edetinsäure
  • Dinatriumsalz 2 H2O
  • Hochdisperses Siliciumdioxid
  • Macrogol 300
  • Macrogol 1500
  • Macrogol 400
  • gereinigtes Wasser
Disclaimer
Diese Seite dient nur der Information. Sie ist kein Ersatz für den Tierarzt und soll auch keine Behandlungsanleitungen für den Alleingang bieten. Haftung für Schäden an Ihren Tieren bei Handeln ohne Ihren Tierarzt wird daher nicht übernommen!

Quellen

Vetpharma-Datenbank der Uni Zürich
iMedikament.de


Letztes Update: 01.06.2020