Fellpflege als grundlegendes Verhalten

Fellpflege im Überblick
  • Grundbedürfnis
  • Art und Weise arttypisch und angeboren
  • bedingt ein Gesundheitsindikator

Auch das kleinste Pelzchen will gepflegt sein. Dabei das Fell gesund und funktional bleibt, haben Mäuse jedoch unterschiedliche Strategien, das Haarkleid sauber und trocken zu halten.

Das sollten Sie über Fellpflege als Verhalten wissen

Die Fellpflege ist eine den Tieren angeborene Verhaltensweise. Selbst verwaiste, handaufgezogene Jungtiere wissen, wie sie ihr Fell pflegen müssen, um es sauber und gesund zu erhalten. Daher ist es für das Wohlfühlen Ihrer Mäuse essentiell notwendig, dass sie ihrer Fellpflege entsprechend nachgehen können.
Bei Mäusen und exotischen Kleinsäugern gibt es verschiedene Formen der Fellpflege.

Fellpflege im Überblick
  • angeborenes Verhalten
  • gründliche Fellpflege zeigt Wohlbefinden an
  • Sandbader brauchen den richtigen Sand!

Nicht-sandbasierte Fellpflege

Bei dieser Form der Fellpflege benötigen Ihre Mäuse kein Sandbad. Arten, die ohne Sandbad auskommen, reinigen ihr Fell, indem sie es mit Pfötchen und Zähnen durchkämmen, mit der Zunge Partikel entfernen und das Haar auflockern und durchlüften.
An Körperstellen, an denen die Nager selbst schlecht oder gar nicht hinkommen, übernehmen dies bei den meisten Mäusen Artgenossen. Dies dient jedoch nicht nur der Reinlichkeit, sondern auch der Pflege sozialer Bindungen innerhalb der Gruppe.

Auch wenn Mäuse sich allein putzen, lassen sich feste Bewegungsmuster ausmachen. Dazu gehören:

  • Bohren mit dem Hinterfuß im Ohr
  • Kratzen mit einem Hinterfuß über Seiten und Rücken sowie hinter den Ohren
  • Kämmen der Flanken mit Zähnen und Vorderpfoten

Einige Mäusearten und Exoten können so ihr Fell ausreichend pflegen. Dazu gehören beispielsweise Farbmäuse, Stachelmäuse und Vielzitzenmäuse.

Sandbasierte Fellpflege

Einige Arten benötigen jedoch neben Pfoten, Zähnen und Zunge auch Sand zur Fellpflege. Vor allem Rennmäuse, aber auch Springmäuse, Pferdespringer oder Maushamster benötigen zur Pflege ihres Fells unbedingt ein Sandbad. Dabei ist es nicht egal, welchen Sand Sie anbieten.
Wichtig ist, dass der Sand keine scharfen Kanten aufweist. Die können das Fell zerstören und somit brüchig und stumpf erscheinen lassen. Zudem muss der Sand überschüssiges Fett aus dem Fell nehmen können, sonst wird es schnell sehr fettig und verliert einen Teil seiner isolierenden Wirkung. Die Gefahr von Erkältungen steigt dadurch.
Es gibt verschiedene Methoden, wie die Tiere baden. Die Mehrheit der Nager legt sich in den Sand und dreht sich darin (halb) um die eigene Achse. Wüstenspringmäuse dagegen strecken sich und kauern sich wieder zusammen und robben so regelrecht durch den Sand.
Die meisten Sandbader scharren im Sand, bevor sie baden.
Wie andere Formen der Fellpflege ist auch das Bedürfnis nach einem Sandbad angeboren. Auch Exemplare, die vorher noch nie ein Sandbad gesehen haben, verstehen sehr schnell, wozu es dient und benutzen es in grundsätzlich derselben Weise wie Artgenossen, die in artgerechter Haltung mit Sandbad oder kompletten Sanduntergrund groß geworden sind.

Was sagt mir dieses Verhalten?

Fellpflege ist nicht nur ein Faktor für das Wohlbefinden Ihrer Mäuse, es ist auch ein Anzeichen desselben. Kranke oder gestresste Tiere vernachlässigen nicht selten die Fellpflege. Das Fell wirkt dann schnell unsauber, struppig oder strähnig. Nehmen Sie solche Zeichen ernst und gehen Sie im Zweifelsfall mit auffälligen Mäusen zum Tierarzt.
Gleichzeitig sollten Sie Ihre Haltungsbedingungen überprüfen. Eventuell sind Ihre Nager Stressfaktoren ausgesetzt, die sich durch eine dauerhafte Exposition negativ auswirken. Oder Sie verwenden bei Sandbadern ganz einfach den falschen (oder gar keinen) Sand. Die Lösung des Problems kann mitunter also ganz einfach sein.

Checkliste Fellpflege
  • gesunde Tiere pflegen ihr Fell auf arttypische Weise, lückenlos und gründlich
  • verminderte Fellpflege kann ein gesundheitliches Problem anzeigen

Folgen bei Haltungsfehlern

Eine nicht-sandbasierte Fellpflege können Sie quasi nicht unterbinden oder durch falsche Haltung einschränken.
Haltungsfehler sind deshalb vor allem für Sandbader von Bedeutung. Bekommen sie keinen, zu wenig oder den falschen Sand, verfettet das Fell. Es wird strähnig und bei einigen Arten sieht es recht schnell aus, als hätten Sie die Maus in Butter gewälzt. Dann verliert das Fell seine Schutzfunktion. Vor allem die Gefahr von Erkältungen steigt dann. Die Mäuse werden aber auch anfälliger für Ektoparasiten. Auch dürften sich die Nager mit dem fettigen Fell kaum wirklich wohl in ihrer Haut fühlen. Stellen Sie sich einfach vor, sie könnten nur 4 Wochen Ihre Haare nicht waschen. Dann würden Sie auch einiges für Shampoo und eine Dusche tun, oder? So geht es den Sandbadern mit dem (richtigen) Sandbad.
Wirken Ihre Mäuse also “nass” oder fettig, sollten Sie dem Problem auf den Grund gehen und es behweben.

Folgen für das Verhalten
  • erhöhte Erkältungsgefahr
  • erhöhte Gefahr für Ektoparasiten
  • Unwohlsein wegen ungepflegtem Fell bzw. mangelnder Möglichkeit zur Pflege
Maushamster: Typisch verfettetes Fell nach einer Woche ohne Sand
Maushamster: Typisch verfettetes Fell nach einer Woche ohne Sand
Maushamster: Typisch feines, fluffiges Fell durch den (richtigen) Sand
Maushamster: Typisch feines, fluffiges Fell durch den (richtigen) Sand