Gehegereinigung – Mäusekäfig reinigen, aber richtig

Den Mäusekäfig reinigen ist doch ganz einfach: Alte Streu raus, alles durchputzen, neue Streu und geputztes Inventar rein. Gerade für Neulinge ist das oft noch selbstverständlich – aber nicht immer nötig und mitunter sogar kontraproduktiv. Immerhin ist es ein Eingriff in den Lebensraum Ihrer kleinen Mitbewohner.
Werfen wir also mal einen Blick auf typische Fragen der Sauberkeit im Gehege wie: “Wie oft soll ich reinigen?” “Mit was soll ich putzen?” …

Mäusekäfig reinigen - Allgemeines

Reinigen Sie Gehege und Inventar regulär nur mit klarem oder Essigwasser. Oft reicht es schon, einfach mit  durchzuwischen und mit der Bürste kleine Verschmutzungen zu lösen. Wenn Sie einen Reiniger verwenden möchten, greifen Sie am besten auf unparfümierte, einfache Seifen oder Reiniger ohne Zusätze zurück.
Verzichten Sie auf scharfe Reinigungsmittel mit Duftstoffen und anderen Zusätzen. Diese können für Ihre Haustiere nicht nur unangenehm, sondern auch schädlich, im schlimmsten Falle sogar giftig sein. Starke Düfte oder Ausdünstungen können die Atemwege reizen und schädigen. Vor allem bei Tieren mit empfindlichen Lungen kann das fatale Folgen haben.

Checkliste Gehegeputz
  • klares Wasser
  • Essig bzw. Reiniger oder Seife ohne Duftstoffe
  • Lappen bzw. Schwamm und Bürste
  • evtl. Wasserkocher
Ich putze und putze und die Mäuse stinken trotzdem zum Himmel. Waaarum?
Es ist eine Tatsache – Mäuse stinken umso mehr, je öfter Sie das Gehege reinigen. Der Zusammenhang hinter diesem Widerspruch ist recht einfach: Reinigen Sie das Gehege ständig komplett, fehlen die vertrauten Duftmarken, die die Mäuse dann wieder neu setzen müssen. Je öfter und intensiver Sie putzen, umso öfter und intensiver fühlen sich die Mäuse genötigt, nachzumarkieren. Müssen sie dann noch künstliche Düfte überdecken, wird der Mausgeruch noch deutlicher.

Reinigungsintervalle

Wie oft und wie vollständig Sie das Gehege reinigen müssen, hängt im wesentlichen ab von dessen Fläche in Relation zum Tierbesatz und vom gewählten Untergrund. So müssen Sie große Naturgehege mit Erde und einem geringen Besatz mitunter nur einmal jährlich reinigen, während Sie in einem Meterkäfig mit maximalem Besatz auf Kleintierstreu die Einstreu etwa alle 4 Wochen erneuern müssen. Nehmen Sie jeweils nur eine Teil- oder Minimalreinigung vor, verkürzen sich die Reinigungsintervalle entsprechend auf 1 Woche bis 1 Monat.

Großen Einfluss hat auch die Mausart auf die Reinigungsintervalle. Bei kleinen “Ferkeln” wie Farbmäusen, Weißfüßen oder gar Zwergschläfern müssen Sie definitiv öfter putzen als bei Buschschwanz-Rennmäusen, Wüstenspringmäusen oder Maushamstern.

Eine feste Daumenregel, wann Sie welche Mausart sauber machen sollten, gibt es nicht!

Heunest von Streifenmäusen
Solch kunstvolle Nester können Sie beim Saubermachen meist drin lassen

Komplettreinigung

Bei der Komplettreinigung werden Streu und Inventar komplett aus dem Gehege genommen. Das Inventar wird gereinigt, die Einstreu und das Nistmaterial werden erneuert.
Eine Komplettreinigung müssen Sie in jedem Fall bei Vergesellschaftungen und Parasitenbefall oder Pilzbefall vornehmen. Die Art der Reinigung und der Reinigungsmittel richtet sich dabei nach dem jeweiligen Anlaß.
Zudem ist die Komplettreinigung bei sehr scheuen Tieren eine gute Gelegenheit, eine Bestandsaufnahme zu machen, die Mäuse gegebenenfalls zu wiegen und einen kurzen Gesundheitscheck durchzuführen.

Checkliste Komplettreinigung
  • bei Vergesellschaftungen
  • bei Parasitenbefall
  • bei Pilzbefall
  • Streu und Nistmaterial komplett erneuern
  • Inventar reinigen
  • Gehege ist für die Mäuse quasi neu

Partielle Reinigung

Bei der partiellen Reinigung werden nur stärker verunreinigte Streuflächen entfernt. Die noch vorhandene Streu schieben Sie einfach auf die geleerten Flächen. Die entstehenden Lücken füllen Sie anschließend mit frischer Streu auf. So findet ein permanenter Streuaustausch statt, ohne dass der Reviergeruch für die Tiere verloren geht.
Bei dieser Reinigungsmethode reinigen Sie auch nicht das komplette Inventar, sondern nur einzelne, stärker verschmutzte Teile. Typische Flächen, die gereinigt werden, sind neben den Kloecken und der Streu rund um die Futterstelle(n) stark genutzte Etagen und Laufwege.

Klarer Vorteil: Sie müssen die Mäuse nicht aus dem Gehege nehmen. Die haben also weniger Stress.
Diese Form der Gehegereinigung bietet sich prinzipiell für alle Arten als reguläre Reinigungsmethode an, besonders jedoch für die, deren Gruppen als streitanfällig bekannt sind (z.B. Streifengrasmäuse).

Checkliste Komplettreinigung
  • für alle Mäuse geeignet
  • besonders gut bei streitanfälligen Gruppen
  • nur verschmutzte Bereiche entfernen
  • Streukreislauf entsteht
  • nur wirklich verschmutztes Inventar reinigen
  • für die Mäuse deutlich angenehmer als die Komplettreinigung

Minimalreinigung

Die Minimalreinigung bietet sich zum einen für Arten an, die sehr sauber sind, also (fast) ausschließlich feste Kloecken aufsuchen (z.B. Orkney-Feldmaus), wenig markieren oder zur Streitbegrenzung bei unruhigen Gruppen, insbesondere bei Farbmausböcken vor der Kastration. Hierbei werden nur die Kloecken und das Areal rund um den Fütterungsplatz regelmäßig gereinigt. Der Rest der Streu verbleibt länger im Gehege, um den vertrauten Duft bestmöglich zu erhalten und so möglichst wenig Stress und/oder Streit zu provozieren.
Zur Minimalreinigung gehört auch die Reinigung einzelner Inventarteile, wenn diese etwa von Urin durchnässt oder stark von Markierungen verklebt sind.

Checkliste Minimalreinigung
  • für sehr reinliche Arten
  • für streitende Bockgruppen
  • nasse Kloecken raus
  • Streu am Futterplatz bei Bedarf wechseln
  • stark verschmutztes Inventar reinigen
  • geringstmögliche Veränderung im Gehege