Wildmäuse

Oh Schreck!? Ich habe eine wilde Maus gefunden. Aber was ist das überhaupt für eine Maus? Wie alt ist sie? Braucht sie Hilfe und wenn je, wie helfe ich ihr? Was muss ich bei einer Aufzucht beachten? Diese und weitere Fragen beantworten Ihnen die Seiten in dieser Rubrik.

Zoonosen

Der Kontakt mit Wildtieren bedeutet wie der mit Haustieren auch immer ein Zoonosepotenzial – das aber in der Regel höher ist als bei unseren Heimtieren. Als Zoonose gilt alles, was vom Tier auf den Menschen übergehen kann – also Parasiten, Pilze, Bakterien und Viren.

Vor allem vor gefährlichen Zoonosen wie Leptospirose, Hanta, Borna, Tulerämie, Yersiniose oder Pasteurellose können Sie sich mit einfachen Grundregeln schützen.

Sie haben eine Maus gefunden, mit der bloßen Hand angefasst und vielleicht sogar in ihrer Kleidung oder am Körper nach Hause getragen? Das ist kein Grund zur Panik. Waschen Sie sich gründlich die Hände mit Seife, duschen Sie im Zweifelsfall und lagern Sie möglicherweise kontaminierte Kleidung 2 bis 4 Wochen ab (in blauen Sack stecken und liegenlassen), bevor Sie sie so heiß wie möglich auf dem längsten Waschgang waschen.

Nicht alle Zoonosen werden auf demselben Weg übertragen. Wenn Sie tiefer in das Thema einsteigen möchten, schlagen Sie bitte im entsprechenden Artikel nach.

Zoonosen im Überblick

Ein Wort zur Fairness

Eine Maus aufzupäppeln und/oder aufzuziehen, braucht einiges an Zeit und Herzblut. So mancher Finder und unfreiwillige Päppler bindet sich emotional sehr eng an seinen Findling. Wird er es draußen schaffen? Ist die Freiheit nicht viel zu gefährlich? Aber der ist doch so zahm und so süß! Diese und andere Argumente führt dann so mancher an, der seinen Schützling nicht mehr in die wilde Natur entlassen will. Fakt ist aber: Eine überwältigende Mehrheit aller Päppelkinder ist fit für draußen und sollte auch raus.
Ihr Schützling ist mit den richtigen Instinkten geboren und wird früher oder später verwildern und auch raus wollen. Das Beste, was Sie ihm dann tun können, ist, ihn alles üben zu lassen, was er für draußen wissen muss. Sie tun einer Maus, die nach draußen möchte, keinen Gefallen, wenn Sie sie drin behalten. Mitunter springen sich die Kleinen im Gehege sogar tot, weil sie nach draußen wollen.
Sehen Sie also bei der Aufzucht von Mäusekindern von langfristigen Plänen für die Kleinen ab. Das gilt insbesondere für die Kastration der Männchen. Diesen ist mit dem Eingriff der Weg in die Freiheit verbaut – ein Problem, wenn sie dann doch entdecken, dass sie mit aller Macht in die wilde Natur wollen.
Seien Sie deshalb fair zu Ihrem Findling. Begleiten Sie ihn, solange er es braucht, und nehmen Sie Abschied, wenn die Zeit gekommen ist – auch wenn es schwer fällt.

junge Feldmaus
So niedlich, aber sie gehört in die freie Natur: junge Feldmaus

Letztes Update: 10.02.2021