Käfig in Käfig bei der Vergesellschaftung

Eignung

Die Vergesellschaftungsmethode eignet sich für die Eingewöhnung eher wenig aggressiver Arten und zum Lösen von Aggressionen im Laufe einer Vergesellschaftung.

Das brauche ich:
  • Hamsterknast oder Gittertransportbox
  • 2 – 3 Wochen Zeit

So funktioniert Käfig in Käfig

Bei “Käfig in Käfig” setzen Sie das Gitteroberteil eines Hamsterknastes so in ein größeres, frisch gereinigtes Gehege, dass darunter keine Maus rein- oder rausschlüpfen kann. Alternativ können Sie für die Methode auch eine Gittertransportbox verwenden.
Das neue Tier kommt für 2 bis 3 Wochen in das Käfigoberteil oder die Box, welche(-s) mit Futter, Wasser und einer Deckung ausgestattet ist. So können sich die Mäuse in Ruhe aneinander gewöhnen, einander beschnuppern und schon einen direkten Kontakt pflegen, ohne dass Beißereien möglich sind.

Führt diese Methode allein nicht zum Erfolg, können Sie sie auch mit der Etappenmethode kombinieren, um die Gruppe zu stabilisieren. Dann setzen Sie die Aggressoren einfach erstmal in eine Gittertransportbox in die Gruppe hinein. So haben diese Kontakt, ohne Angst- oder Aggressionsdynamiken weiter aufzuschaukeln.

Vorteile
  • einfache Anwendung
  • geringe Verletzungsgefahr
Nachteile
  • braucht Equipment, das nicht jeder hat

Käfig in Käfig - Die Varianten

Käfig in Endgehege

Diese Methode eignet sich besonders für sehr große Gehege – insbesondere dann, wenn Sie die vorhandene Gruppe nicht länger aus dem Gehege nehmen wollen oder können – und die zu vergesellschaftende Mausart nicht besonders aggressiv auf Neulinge reagiert.

Begegnen sich die Nager am Gitter friedlich und sind sie auch in der sonstigen Gegenwart des jeweils anderen entspannt, können Sie einen Versuch wagen und das Käfigoberteil herausnehmen. Aggressionen, die über intensives Beschnüffeln und interessiertes Nachlaufen hinaus gehen, sollten Sie unterbinden. Im Idealfall treten aber gar keine Aggressionen auf.

Gitterbox in Endgehege

Bietet das Endgehege nicht ausreichend Platz, um ein Gitteroberteil reinzustellen oder haben Sie schlich keines, können Sie auch eine Transportbox mit Metallgitter verwenden. Stellen Sie die Box einfach so rein, dass sie von der alteingesessenen Gruppe nicht untergraben werden kann. Verwenden Sie keine Boxen mit Kunststoffgitter. Die Gefahr, dass es durchgefressen wird und die Tiere unbeobachtet aufeinander treffen – evtl. mit Verletzungen oder gar Toten – ist zu groß!

Sind die Tiere miteinander friedlich und entspannt am Boxengitter, machen Sie die Box einfach auf und lassen die Pafrteien selbst rein- und rausklettern.

Gittertransportbox in Box

Während einer Vergesellschaftung können Sie die Käfig-in-Käfig-Methode auch im Kleinen abbilden: Stellen Sie dafür einfach die Gittertransportbox einfach in die Vergesellschaftungsbox. Wichtig: Die Gitterbox in der Box kann auch die Dynamik der Gruppe außerhalb des “Miniknastes” beeinflussen. Haben Sie also ein Auge auf Veränderungen der Gruppendynamik. Mitunter treten weitere Aggressionen zutage.

Belassen Sie den Aggressor mindestens 48 bis 72h in der Separation, bevor Sie die Box wieder öffnen und einen neuen Anlauf versuchen. Haben sich die Aggressionen gelegt, können Sie dann Ihre Basisvergesellshaftungsmethode weiterverfolgen.

Kämpfende Maushamster

Käfig in Käfig bei Aggressionen im Vergesellschaftungsverlauf

Nicht immer laufen Vergesellschaftungen glatt. Unterschwellige Konflikte können sich später in Unruhe und Mobbing in der Gruppe offenbaren. Dann kann Käfig in Käfig helfen, den Aggressionszyklus zu unterbrechen. Wird ein Aggressor nämlich nicht gestört, lässt sich häufig beobachten, dass er oder sie immer dominanter und aggressiver wird. Um genau das zu unterbinden, wandert er oder sie für mindestens eine Woche unter das Hamsterknastoberteil oder die Gitterbox. So hat der Rest der Gruppe Zeit, sich zu festigen und der Aggressor verliert den Gruppenanschluss nicht komplett.
Möchten Sie die aggressive Maus also nicht ganz auf der Gruppe nehmen oder für 24h separieren, können Sie auch die Käfig-in-Käfig-Methode versuchen. Sie bringt im Schnitt bei einem Drittel aller Fälle den gewünschten Erfolg, nämlich Ruhe in der Gruppe.