Gerste

Gerste - Hordeum vulgare

Gerste - Fressbarkeit der Bestandteile und Sammelzeit

Gerste ist ein Abkömmling der Wilden Gerste (Hordeum spontaneum). Sie gehört zur gleichnamigen Gattung (Hordeum) und zu den Süßgräsern (Poaceae) und wird ähnlich wie der Emmer schon seit etwa 10.000 Jahren angebaut. Besonders wohl fühlt sie sich auf gut durchfeuchteten, tiefgründigen Böden, kommt aber auch mit weniger guten Böden zurecht und wird zwischen 70 und 120cm hoch. Als Wintergerste wird sie im September ausgesät und im Frühjahr geerntet. Die Sommergerste wird dagegen zwischen Ende Februar und Anfang April gesät und etwa 3 Monate später geerntet.
Der Unterschied der beiden Gersten liegt im Ertrag – im Winter gibt es mehr – und in den Nährstoffen. Die Wintergerste ist mit 12 bis 15% proteinreicher. Deshalb wird sie gern als Tierfutter verwendet, während die Sommergerste in den menschlichen Verzehr geht.

Die zu den Süßgräsern zählende Gerste ist in allen grünen Bestandteilen uneingeschränkt fressbar.

Die unscheinbare Blüte der Gerste hat keinen besonderen Futterwert. Aber natürlich können Sie auch blühende Gerste verfüttern.

Mit rund 63g Kohlenhydraten pro 100g ist Gerste eine Mehlsaat. Diese sollten Sie nicht an diabetesgefährdete Arten verfüttern. Alle übrigen Körnerfresser dürfen Gerste in ihrer Körnermischung bekommen.

Die unscheinbare Wurzel der Gerste hat keinen Futterwert. Sie können sie aber mit dem Rest der Pflanze ins Gehege geben. Giftig oder ungenießbar ist sie nämlich nicht.

Gerste können Sie auch als Keimfutter anbieten. Außerdem lassen sich gut kleine “Wiesen” im Topf davon ziehen, die viele Mäusearten gern mögen. Das Gerstengras können Sie auch etwas länger wachsen lassen und dann verfüttern. Es ist reich an B-Vitaminen und Vitamin C sowie an den Mineralstoffen Kalium, Calcium und Eisen.

Fütterungsempfehlungen

Inhaltsstoffe und Nährwerte von Gerste

Gerste enthält viele interessante Nährstoffe, darunter B-Vitamine, Vitamin E, Kalium, Zink, Eisen und Kieselsäure. Die enthaltene Phytinsäure unterstützt die Regulierung des Blutzuckerspiegels. Tocotrienol hemmt die Bildung von Cholesterin. Der Proteinanteil enthält unter anderem Gluten. Besonders interessant ist bei der Gerste jedoch ein wasserlöslicher Ballaststoff: das Beta-Glucan. Das sitzt bei der Gerste nicht in der Kleie, sondern im hellen Mehlkörper.

Essenzielle Aminosäuren in mg je 100g
Pro 100g Saat:

Medizinische Wirkung

Gerste besitzt keine für Nager interessante medizinische Wirkung. In der Humanmedizin fand man jedoch für die enthaltenen Beta-Glucane positive Wirkungen auf den Blutzucker- und den Cholesterinspiegel. Deshalb werden inzwischen sogar Gerstensorten mit einem besonders hohen Beta-Glucan-Gehalt gezüchtet.

Kontraindikationen und Giftwirkung

Gerste ist komplett ungiftig. Kontraindikationen und Wechselwirkungen sind für das Getreide nicht bekannt.